Vortrag: „Das Zonenrandgebiet vor und nach 1952“

1. Juli 2022

Vortragsreihe: „1952 – Annäherung an ein Schlüsseljahr“

 

Teil III: „Das Zonenrandgebiet vor und nach 1952“

 

Die Historikerin Astrid M. Eckert (Emory University, Atlanta) stellt ihr neu erschienenes Buch „Zonenrandgebiet. Westdeutschland und der Eiserne Vorhang“ (Ch. Links Verlag, 2022) vor, in welchem sie die vielfältigen Folgen der innerdeutschen Grenze auf die alte Bundesrepublik untersucht. Eckert zeigt auf, wie das Zonenrandgebiet zur Subventionsfläche wurde, wie westdeutsche Touristen die Grenze zur Sehenswürdigkeit machten, und wie Umweltprobleme und Natur die Grenze ignorierten. So entsteht eine Geschichte der Bundesrepublik aus Sicht der Peripherie und eine erste Umweltgeschichte der innerdeutschen Grenze.

auf einen Blick

1. Juli 2022

um 19:00 Uhr

Prof. Astrid M. Eckert

Bildungsstätte

Duderstädter Straße 7-9, 37339 Teistungen

Der Vortrag betrachtet die wirtschaftlichen Folgen der Demarkationslinie und arbeitet die Entwicklungen heraus, die zur Entstehung des westdeutschen „Zonenrandgebiets“ führten. Dazu gehörten die Währungsreform von 1948 und die Grenzschließung von 1952, aber auch die zunehmend koordinierte Interessenpolitik von Vertretern des Grenzlandes, die von der Bundesregierung eine Unterstützung ihrer Regionen einforderten. Als räumliche Einheit war das Zonenrandgebiet aufs Engste mit der alten Bundesrepublik verbunden: Es entstand mit der Teilung und verschwand mit der Wiedervereinigung. Es war in vielerlei Hinsicht eine artifizielle Region, konstituiert durch die Grenznähe und die tatsächlichen und vermeintlichen wirtschaftlichen Nachteile, die diese neu definierte geografische Lage mit sich brachte.