Wolfgang Schnur (1944 – 2016) galt in der DDR als brillanter Anwalt, der sich für seine Klienten mit dem SED-Staat anlegte. Was bis zuletzt niemand ahnte: Er war nicht nur Oppositionellen-Anwalt und Christ – sondern zugleich 25 Jahre Spitzel für das Ministerium für Staatssicherheit. Im Herbst 1989 gründete Schnur mit den Pfarrern Rainer Eppelmann und Friedrich Schorlemmer die Partei „Demokratischer Aufbruch“. Er war für seine Partei Spitzenkandidat zur ersten und zugleich letzten freien Volkskammerwahl in der DDR im März 1990. Nur wenige Tage vor der Wahl erfolgte die Enttarnung als Stasi-Spitzel.
Die szenische Lesung „Die Anhörung“ basiert auf einem Interview Schnurs mit dem Journalisten Alexander Kobylinski. Als eine Art Lebensbeichte sprach Schnur mit ihm im Jahr 2015 über seine Beweggründe.
Der Regisseur und Autor Prof. Jürgen Haase hat daraus ein eindrückliches „Theaterstück über Moral und Verrat“ verfasst, das von den bekannten Schauspielern Max Urlacher und Uli Plessmann in der Bildungsstätte auf die Bühne gebracht wird. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Wilhelm Fraenger-Institut Berlin statt.
25. November 2025
18:30 Uhr
Prof. Dr. Jürgen Haase
Bildungsstätte
Duderstädter Straße 7-9, 37339 Teistungen
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Um Anmeldung telefonisch unter 036071 – 97112 oder per E-Mail unter service@grenzlandmuseum.de wird gebeten.

Gefördert von:
