Veranstaltungen 2019 - 2. Halbjahr

Alle Veranstaltungen des zweiten Halbjahres 2019 finden Sie hier kompakt zum Herunterladen.


13.08.2019: Doppelvortrag "Die singende Revolution im Baltikum"+ "Der Slitere-Nationalpark in Lettland"

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld erinnert mit der Veranstaltungsreihe „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ an den Fall des „Eisernen Vorhangs“ vor 30 Jahren und dessen Entwicklung zum Europäischen Grünen Band.Der zweite Teil der interdisziplinären Vortragsreihe informiert aus ökologischer und historischer Perspektive über die Situation im Ostsee-Raum:

Vortrag 1: "Die Singende Revolution im Baltikum"
(Dr. David Feest, Nordost-Institut der Universität Hamburg)

Estland, Lettland und Litauen waren bis 1991 Sowjetrepubliken. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Zeit des Kalten Krieges in den baltischen Staaten und informiert über die demokratische Umgestaltung bis zur Unabhängigkeit von der Sowjetunion, die mit der Singenden Revolution und der Menschenkette „Baltischer Weg“ vor 30 Jahren eingeleitet wurde.

Vortrag 2: "Der Slitere-Nationalpark in Lettland"
(Jörg Schmiedel, Abschnittskoordinator Baltikum im Auftrag des BUND)

Der Slitere-Nationalpark entlang der lettischen Ostseeküste bietet eine hohe Vielfalt von Lebensräumen mit entsprechend großem Artenreichtum. Schwierig ist der Umgang mit den militärischen Hinterlassenschaften der sowjetischen Besatzung: Genutzt werden sie z.B. als touristische Attraktionen, die jedoch immer stärker verfallen, was das Betreten zunehmend gefährlich macht.

Der „Eiserne Vorhang“, der Europa über 40 Jahre teilte, wird als größte Erinnerungslandschaft des Kalten Krieges und zugleich größtes europäisches Naturschutzprojekt beleuchtet. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Im Vorfeld, gegen 18:00 Uhr, gibt es die Möglichkeit das Grenzlandmuseum Eichsfeld im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

15.09.2019: Literaturfest Niedersachsen zu Gast: „Leise, laut, verboten – Literaten in der DDR“

Wie sehr einst im Osten Deutschlands die Freiheiten – der Meinungen, des Reisens, der Kunst – begrenzt waren, ist heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, kaum noch vorstellbar. In der DDR war dies jedoch eine Realität, unter der alle litten – nicht zuletzt die Künstlerinnen und Künstler, die sich heimlich in Küchen und Ateliers trafen und mal mehr, mal weniger deutlich aufbegehrten gegen die Staatsmacht, die Privilegierten und Angepassten. Dabei musste, wer in der DDR gesellschaftskritisch dachte oder gar handelte und schließlich, im Herbst 1989, auf die Montagsdemonstrationen ging, mit Bespitzelungen, Repressalien und Verhaftungen rechnen.

Autorin Katja Lange-Müller, die selbst schon mit 16 Jahren wegen „unsozialistischen Verhaltens" der Schule verwiesen wurde, hat Texte von DDR-Literaten wie Wolfgang Hilbig und Durs Grünbein ausgesucht. Im Grenzlandmuseum Eichsfeld lassen die Schauspieler Annett Renneberg und Florian Lukas die Unterdrückung, aber auch die kreative Lust der Künstler und den politischen Mut der Bürger wieder lebendig werden, die schließlich zur Friedlichen Revolution von 1989 geführt haben.

Und wenn Jazz-Percussion-Legende Günter Baby Sommer dazu fulminant improvisiert und trommelt, werden sie ganz und gar hörbar: Unruhe, Aufbruch, Erwartung und die spannungsreiche Atmosphäre dieser Zeit, als viel auf dem Spiel stand und schließlich – durch den Mut der vielen – Unvorstellbares möglich wurde.

Die Lesung des Literaturfest Niedersachsen beginnt um 17 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt beträgt 22€ (ermäßigt 18€) und beinhaltet eine Vorabführung im Grenzlandmuseum.

Ticketreservierung und weitere Infos unter: https://www.literaturfest-niedersachsen.de/lfn/lesungen/350

26.09.2019: Vortrag: "Die Spionagetechnik der Stasi"

In seinem Vortrag stellt Detlev Vreisleben, Diplomingenieur für Nachrichtentechnik, die vom Ministerium für Staatssicherheit eingesetzte Geheimdiensttechnik vor. Dabei greift er auf Geräte und Exponate zurück, die sich in seiner umfangreichen privaten Sammlung von DDR-Spionagegerät befinden.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Erfurter Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU).

Er beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.


Vergangene Veranstaltungen:


Kranzniederlegung und Buchvorstellung

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld lädt am 17. Juni 2019, dem Thüringer Gedenktag für die Opfer des SED-Unrecht, zur Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der deutschen Teilung ein.

Im Anschluss stellen gegen 17:30 Uhr Dr. Hanna Labrenz-Weiß (BStU) und Joachim Heise (Gegen Vergessen für Demokratie e.V. Nordhausen) in der Bildungsstätte ihr Buch „Stasi in Nordhausen“ vor.

Die Studie wirft ein Schlaglicht auf die Vorgehensweise der Staatssicherheit bei der Bespitzelung und Repression gegen die Bevölkerung auch in anderen (grenznahen) Kreisen der DDR.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.

26.05.2019: Geführte Gedenkwanderung

Am 26. Mai 1952 begann die DDR mit der Abriegelung der 1.400 km langen innerdeutschen Grenze. Das Grenzlandmuseum Eichsfeld und die Heinz Sielmann Stiftung erinnern mit einer besonderen Gedenkwanderung und Zeitzeugengesprächen an dieses Ereignis.

Auf der geführten Wanderung treffen die Teilnehmer auf Zeitzeugen, die die deutsch-deutsche Teilung und deren Folgen unmittelbar erlebt haben. Bernd Leinemann und Hubert Zornhagen werden über ihre Erfahrungen berichten. 1971 sind die beiden gebürtigen Ecklingeröder im Alter von 19 bzw. 20 Jahren über die Grenzanlagen geflüchtet. Darüber hinaus erfahren die Teilnehmer Interessantes über Flora und Fauna am „Grünen Band“ und warum Heinz Sielmann dort 1988 seinen bekannten Film „Tiere im Schatten der Grenze“ gedreht hat. Am west-östlichen Tor besteht die Möglichkeit zu einem Picknick. Bitte an wetterangemessene Kleidung, festes Schuhwerk und Rucksackverpflegung denken.

Für die Teilnehmer der Wanderung besteht freier Eintritt im Grenzlandmuseum Eichsfeld. Außerdem gibt es die Möglichkeit zum Besuch der Vortragsveranstaltung "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie - Zentraleuropa" über die Situation an der tschechisch-österreichischen Grenze. Beginn ist 16:00 Uhr im Grenzlandmuseum.

Treffpunkt: 11:00 Uhr auf dem Besucherparkplatz des Natur-Erlebniszentrums Gut Herbigshagen. Ein kostenloser Rücktransfer vom Grenzlandmuseum zum Ausgangspunkt wird organisiert und bei Anmeldung gewährleistet.

Kosten: 6,00 € Erwachsene | 4,00 € Kinder bis 12 Jahre

Information und Anmeldung: Tel. 05527 914-215, seminare(at)sielmann-stiftung.de

26.05.2019: Doppelvortrag
"Das Grenzregime der Tschechoslowakei"
+ "Die Nationalparks Thayatal/Podyji"

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld erinnert mit der interdisziplinären Veranstaltungsreihe „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ an den Fall des „Eisernen Vorhangs“ vor 30 Jahren und dessen Entwicklung zum Europäischen Grünen Band. Der zweite Teil der interdisziplinären Vortragsreihe informiert über die Entwicklung des ehemaligen Grenzstreifens am Beispiel Tschechiens.

"Das Grenzregime der Tschechoslowakei"
(Pavel Vaněk, Archiv der Sicherheitskräfte in Brno)

Der Vortrag beleuchtet die Besonderheiten des tschechoslowakischen Grenzregimes und Grenzgebietes sowie die technischen Charakteristika der Grenzanlagen. Für viele Experten war diese „verlängerte Mauer“ an den westlichen Außengrenzen der ČSSR noch opferreicher als die innerdeutsche Grenze.

"Die Nationalparks Thayatal/Podyji"
(Christian Übl, Direktor des Nationalparks Thayatal)

Auf 25 km Länge ist der Fluss Thaya die Grenze zwischen Österreich und Tschechien. Gleichzeitig ist sie eine Klimagrenze zwischen atlantischem und pannonischem Klima. So hat sich dort eine enorme Artenvielfalt entwickelt, die von den beiden Nationalparks in grenzübergreifender Zusammenarbeit geschützt und bewahrt wird.

Die Veranstaltung wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie beginnt um 16:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.

11.04.2019: „Mythos Schwedt– DDR-Militärstrafvollzug und NVA-Disziplinareinheit aus dem Blick der Staatssicherheit“

Vortrag von Arno Polzin (BStU Berlin) 

Der „Armeeknast“ Schwedt war durch die Kombination von Freiheitsentzug mit Schicht-arbeit, militärischer Ausbildung und politischer Schulung für nahezu jeden männlichen wehrpflichtigen DDR-Bürger ein negativ besetzter Begriff. Der Frage, inwieweit ein „Mythos Schwedt“ entstehen konnte, geht Arno Polzin in sei-nem jüngst erschienenen Werk nach. 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (Außenstelle Erfurt). Sie beginnt um 19 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.


19.03.2019: "Nestwärme - Was wir von Vögeln lernen können"

Buchvorstellung von Ernst Paul Dörfler

Ein Leben mit der Sonne statt nach der Uhr, faire partnerschaftliche Beziehungen, Ge-waltverzicht und klimaneutrale Mobilität – was können wir von Vögeln lernen?

Der vielfach ausgezeichnete Naturschützer und Kultautor der ostdeutschen Umweltbewegung Ernst Paul Dörfler hat ein überraschendes Buch über das Sozialverhalten unserer gefiederten Nachbarn geschrieben, die oft friedvoller und achtsamer miteinander umgehen als wir Menschen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen. Beginn ist um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.


07.03.2019: "Die Treuhand - Idee, Praxis, Erfahrung"

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld lädt zum Vortrag von Dr. Marcus Böick, Ruhr-Universität Bochum. Der Historiker stellt sein Buch „Die Treuhand: Idee - Praxis - Erfahrung 1990 bis 1994“ vor, das 2018 im Göttinger Wallstein Verlag erschienen ist.

Die Treuhandanstalt führte als »größtes Unternehmen der Welt« einen Vermögensumbau von bisher unbekanntem Ausmaß durch. Jenseits zeitgenössischer Bewertungen als alternativlosem »Erfolg« oder neoliberaler »Abwicklung« analysiert Dr. Marcus Böick mit dieser „glänzend komponierten und akribisch recherchierten Erinnerungsgeschichte“ (FAZ) den widersprüchlichen Auftrag des Wirtschaftsumbaus.

Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.


28.02.2019: Doppelvortrag
"Fluchten über Bulgarien" + "Das Hügelland von Sakar"

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld erinnert mit der interdisziplinären Veranstaltungsreihe „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ an den Fall des „Eisernen Vorhangs“ vor 30 Jahren und dessen Entwicklung zum Europäischen Grünen Band. Die 12.500 km lange Vortragsreise durch Europa beginnt im Süden und stellt den Abschnitt Balkan mit zwei Fachvorträgen vor.

"Fluchten über Bulgarien"

Fluchten in den Westen war nicht nur eine innerdeutsche Angelegenheit, sondern ein nahezu gesamteuropäisches Phänomen. Insbesondere nach dem Bau der Berliner Mauer wagten auch viele DDR-Bürger die Flucht über Drittländer wie die Tschechoslowakei, Ungarn und Bulgarien. Einige von ihnen bezahlten ihren Freiheitsdrang mit dem Leben. Der Autor stellt das bulgarische Grenzsicherungssystem vor, beschreibt die Zusammenarbeit der bulgarischen Staatssicherheit mit dem MfS und erzählt die Geschichten von in Bulgarien getöteten DDR-Flüchtlingen.

"Das Hügelland von Sakar"

Direkt an der türkisch-bulgarischen Grenze entstand im Schatten des Eisernen Vorhangs eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft. Für Greifvögel ist sie sowohl wichtiges Brutgebiet als auch wertvolle Raststation auf dem Zugweg: Das üppige Beuteangebot dieser steppenartigen Landschaft nutzen Schreiadler, Schwarzmilan und Sakerfalke. Es macht das Hügelland von Sakar europaweit zu einem der letzten und wichtigsten Rückzugsräume für den Kaiseradler.

Die Veranstaltung wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie beginnt um 18:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.


06.12.2018: „Alternative zum Kapitalismus? Möglichkeiten und Grenzen der realsozialistischen Wirtschaft“

Die Möglichkeiten und Grenzen der realsozialistischen Wirtschaft werden im Vortrag von Prof. Werner Plumpe von der Universität Frankfurt am Main beleuchtet. Es geht um die Frage, ob im Untergang des Weltkommunismus das Scheitern der jeweiligen Regierungen sichtbar wird, oder ob nicht das sozialistische Experiment Ausdruck eines grundlegend falschen Verständnisses der modernen Wirtschaft war.

Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum und findet statt in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen. Der Eintritt ist frei.