Veranstaltungen 2020 - 2. Halbjahr

Alle Veranstaltungen des zweiten Halbjahres 2020 finden Sie hier kompakt zum Herunterladen.

Hier zudem der Flyer zur Filmreihe.


03.10.2020: Programmpunkte zum 30. Tag der Deutschen Einheit

12:00 Uhr
Führung(en) im Außengelände

12:30 Uhr
Eröffnung der Ausstellung „Umbruch Ost“

13:00 Uhr
Führung(en) im Außengelände

13:30 Uhr
„30 Jahre – 30 Lieben“ - Vorstellung von Paaren der Einheit

14:00 Uhr
Führung(en) im Außengelände

15:00 Uhr
Führung(en) im Außengelände

ab 15:00 Uhr
Ballonfahrt für zwei Gewinner des Einheitsquizzes am Grenzlandweg (bei schönem Wetter)

16:00 Uhr
Führung(en) im Außengelände

16:00 Uhr
Vorstellung des Dokumentarfilms „Novembertage“

17:00 Uhr
Führung(en) im Außengelände

Treffpunkt für Führungen ist jeweils vor dem Museumsgebäude!

Der Dokumentarfilm wird im Vortragsraum in der Bildungsstätte präsentiert. Aufgrund einer festgelegten Maximalbesucherzahl ist eine Anmeldung im Voraus unter bildungsstaette@grenzlandmuseum.de notwendig.

03.+04.10.2020: Film- und Gesprächsreihe "Ausbruch, Durchbruch, Umbruch" - Teil II

Am Wochenende rund um den 30. Tag der Deutschen Einheit finden zwei weitere Vorführungen im Rahmen der Filmreihe statt. Diesmal wird der Fokus auf den "Durchbruch" zur Demokratie in der Friedlichen Revolution gelegt.

Am Samstag, 3. Oktober, zeigen wir den preisgekrönten BBC-Dokumentarfilm "Novembertage" aus dem Sommer 1990, den der Filmpublizist Ralph Eue für uns einordnen wird.

Am Sonntag, 4. Oktober, laden wir zum Kinder-Animationsfilm "Fritzi - eine Wendewundergeschichte" vor allem Familien ins Grenzlandmuseum ein. Eine Mitarbeiter des Filmteams wird für Fragen bereitstehen.

Beide Filme beginnen um 16 Uhr im Vortragsraum in der Bildungsstätte. Eine Anmeldung ist aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie unter bildungstaette@grenzlandmuseum.de notwendig!

Weitere Filmvorführungen der Reihe finden im November und Dezember in der Bildungsstätte statt. Mehr Informationen hier.

Die Veranstaltungen werden gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.


Vergangene Veranstaltungen:


24.09.2020: Beratungstag der Stasiunterlagenbehörde und Vortrag zur Spionagetechnik

--- Der Vortrag ist leider schon ausgebucht ---

Am Donnerstag, 24. September 2020, findet von 14 bis 19 Uhr der nächste Beratungstag des Erfurter Stasi-Unterlagen-Archivs im Grenzlandmuseum Eichsfeld statt. Aufgrund der Corona-Pandemie beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Fragen zum Thema Akteneinsicht in der Bildungsstätte. Anträge auf persönliche Einsicht in Stasi-Unterlagen können dabei direkt vor Ort gestellt werden. Hierfür ist ein gültiges Personaldokument zur Identitätsbestätigung erforderlich. Für interessierte Schulen und andere Bildungseinrichtungen liegen Publikationen bereit. Außerdem gibt es Informationen zur Nutzung von Stasi-Unterlagen für Forschung und Medien.

Gleichzeitig berät auch ein Mitarbeiter des Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Betroffene des SED-Unrechts zu den Möglichkeiten der Antragstellung bezüglich der SED-Unrechtsbereinigungsgesetze (SED-UnBerG) und deren Novellierung vom November 2019. Unterstützt werden Betroffene bei der Suche nach Unterlagen in Archiven. Der Landesbeauftragte gewährt auch Unterstützung bei der Antragstellung auf Rehabilitierung.

Um 19 Uhr findet ebenfalls in der Bildungsstätte ein Vortrag zur Spionagetechnik der Stasi statt, zu dem der BStU, Außenstelle Erfurt, und das Grenzlandmuseum Eichsfeld herzlich einladen. Der Titel lautet „Der Operativ-Technische Sektor – die Zauberwerkstatt der Stasi?“.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine vorherige Anmeldung für die Beratung und für den Vortrag nötig: telefonisch unter 036071 – 9000 10 oder per Mail unter bildungsstaette@grenzlandmuseum.de

Der Eintritt ist frei.

11.+12.09.2020: Auftakt zur Film- und Gesprächsreihe "Ausbruch, Durchbruch, Umbruch"

Der Auftakt der Filmreihe findet als besonderes Highlight auf dem Außengelände statt, wobei die Filme auf einen Beobachtungsturm der DDR-Grenztruppen projiziert werden.

Am Freitag, 11.09., um 19:00 Uhr stellt der Schriftsteller und Drehbuchautor Gregor Sander die Verfilmung seines Romans „Was gewesen wäre“ vor. Der Film verknüpft die DDR-Vergangenheit des Jahres 1986 und die Gegenwart in Ungarn kunstvoll miteinander und bietet einen neuen Zugang zum Thema Flucht.

Zur zweiten Filmführung, die direkt am ehemaligen Todesstreifen stattfinden wird, kommt am Samstag, 12.09., der DDR-Flüchtling Günter Wetzel ins Grenzlandmuseum. Der Zeitzeuge schaut mit uns die Verfilmung seiner spektakulären Ballon-Flucht vom Sommer 1979 und vergleicht filmische Fiktion mit den realen Ereignissen.

Eine Anmeldung ist aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie unter bildungstaette@grenzlandmuseum.de notwendig!

Weitere Filmvorführungen der Reihe finden zwischen Oktober und Dezember in der Bildungsstätte statt. Mehr Informationen hier.

Die Veranstaltungen werden gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

08.09.2020: Podium "Der Fall Bischofferode - Zum Wirken der Treuhand in Nordthüringen"

Die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und das Grenzlandmuseum Eichsfeld laden am 8. September 2020 herzlich zur Veranstaltung „Der Fall Bischofferode – Zum Wirken der Treuhand in Nordthüringen“ ein. Erstmals werden einschlägige Forschungen vorgestellt und mit seinerzeit Betroffenen und Zeitzeugen diskutiert.

Die im Juni 1990 in der DDR gegründete Treuhandanstalt sollte die ostdeutsche Wirtschaft in eine marktwirtschaftliche Ordnung überführen. Sie war damit auf einen Schlag für ca. 8000 DDR-Betriebe mit rund 4 Millionen Beschäftigten zuständig. Für die zahlreichen Betriebsschließungen und Entlassungswellen steht paradigmatisch der eichsfeldische Ortsname „Bischofferode“ für das dortige Kalibergwerk.

Seit der Freigabe der Treuhand-Akten erforscht das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in Berlin deren Geschichte. Der Historiker Dr. Christian Rau  vom IfZ hat sich mit dem Verhältnis von Gewerkschaften und der Treuhand beschäftigt und die Unterlagen zum Kaliwerk in Bischofferode eingesehen. Er wird seine Forschungen erstmals öffentlich vorstellen.

Nach einer Einführung durch den Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Franz-Josef Schlichting, und dem Vortrag von Christian Rau diskutieren auf dem Podium Landrat Dr. Werner Henning, seit 1989/90 Landrat im Kreis Heiligenstadt (seit 1994 Landkreis Eichsfeld), der Zeitzeuge Willibald Nebel, Beteiligter am Hungerstreik 1993 in Bischofferode und bis heute aktiv im Kali-Bergbaumuseum  Bischofferde sowie Christian Rau über das Wirken der Treuhand in Nordthüringen.

Moderiert wird die Veranstaltung von Mira Keune, Geschäftsführerin des Grenzlandmuseums Eichsfeld.

Eine Anmeldung ist aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie unter bildungstaette@grenzlandmuseum.de notwendig!

16.08.2020: Geführte Gedenkwanderung

Ende Mai 1952 begann die DDR mit der systematischen Abriegelung der fast 1.400 km langen Grenze zur Bundesrepublik. Neun Jahre später, am 13. August 1961, wird mit der Schließung der Berliner Sektorengrenzen und dem folgenden Bau der Mauer das letzte Schlupfloch gen Westen geschlossen. Zugleich wird die innerdeutsche Grenze stark ausgebaut und vermint.

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld und die Heinz Sielmann Stiftung erinnern mit einer besonderen 9km-langen geführten Wanderung vom Gut Herbigshagen zum Grenzlandmuseum an diese Ereignisse. Auf der Hälfte der Strecke findet ein Zeitzeugengespräch mit einem langjährigen Angehörigen der Bundespolizei (ehem. Bundesgrenzschutz) aus Duderstadt statt. Darüber hinaus erfahren die Teilnehmer Interessantes über Flora und Fauna am „Grünen Band“ und warum Heinz Sielmann dort 1988 seinen bekannten Film „Tiere im Schatten der Grenze“ gedreht hat.

Eine Anmeldung ist notwendig. Die Kosten betragen 7 bzw. 5 Euro (ermäßigt) pro Person. Eintritt ins Grenzlandmuseum sowie der Rücktransport vom Grenzlandmuseum zum Gut Herbigshagen sind nach Anmeldung inklusive. Treffpunkt ist 11:00 Uhr der Besucherparkplatz des Natur-Erlebniszentrums Gut Herbigshagen.

Information und Anmeldung: bildungsstaette@grenzlandmuseum.de

12.03.2020: Podiumsgespräch: "Das letzte Jahr der DDR"

Über die Volkskammerwahlen vom März 1990, die ersten freien Wahlen in der DDR, und das letzte Jahr der DDR diskutieren und reflektieren der langjährige Eichsfelder Europaabgeordnete a.D. Rolf Berend und der Journalist Karl-Heinz Baum. Von März bis Oktober 1990 war Rolf Berend Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer. Karl-Heinz Baum war von 1977 bis 1990 DDR Korrespondent der Frankfurter Rundschau. In seinen Reportagen beschrieb er facettenreich die deutsch-deutsche Politik und den Alltag in der DDR.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung Politisches Bildungsforum Thüringen.

19.02.2020: Vorträge "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie" - Teil 4

Prof. Dr. Maria Lähteenmäki und Prof. Dr. Alfred Colpaert (Universität Ostfinnland/Joensuu) thematisieren die wechselvolle Nachbarschaftsgeschichte im russisch-finnischen Grenzland am ehemaligen Eisernen Vorhang.Ein zweiter Vortrag von Riina Tervo (finnische Forstverwaltung) stellt ein grenzüberschreitendes Projekt zum gemeinsamen „arktischen, biologischen, kulturellen und geologischen Erbe“ vor.

Die Vorträge sind englischsprachig und werden übersetzt.

Die Vortragsreihe wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

09.-10.11.2019: Fest- und Gedenkwochenende "30 Jahre Grenzöffnung"

In der Nacht vom 9. auf den 10 November 1989 öffnete sich um 0.35 Uhr der Schlagbaum an der Grenzübergangsstelle Duderstadt-Worbis. Die Teilung Deutschlands durch die innerdeutsche Grenze gehörte der Vergangenheit an.

Den 30. Jahrestag der Grenzöffnung möchten wir mit einem bundesweit einmaligen Projekt festlich gestalten und damit einen besonderen Rahmen schaffen für den Austausch der persönlichen Erinnerungen an die Entwicklungen vor 30 Jahren,
als – wie es in einem Buchtitel von Klaus-Dietmar Henke heißt - „in Deutschland die Realität die Fantasie überholte“.

Grenzöffnung und Mauerfall werden zum Symbol für den Freiheitsdrang und die gravierenden Veränderungen in ganz Europa. Viele Zeitzeugen sprechen bis heute von einem „Wunder“, das sie erleben durften, von etwas bis dahin Unvorstellbarem. Nach 41 Jahren der Teilung Deutschlands kam es zur Wiedervereinigung und damit auch zur Einheit des Eichsfelds.

Die multimediale LichtKunst-Installation „Niemandsland – Zwischen zwei Welten“ der Nivre Film & Studio GmbH soll als ein lebendiger zweitägiger Ausflug in die Geschichte konzipiert werden. Dabei spielt auch die Auseinandersetzung mit der Topografie der erhaltenen Übergangsstelle und der Grenzanlagen eine wichtige Rolle in dem Projekt, das Video, Licht-, Dia und Audioinstallationen umfasst. Der besondere Bezug zum Grenzland Eichsfeld und seinen Menschen soll aufgegriffen werden.


Drei Aspekte der Installation ergeben ein Gesamt-Kunstwerk:

„Bilder in die Welt“ - Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ereignis der Grenzöffnung, aber auch mit den Schicksalen, die damit verbunden waren, steht im Mittelpunkt der Video-Collagen. Als Projektionsfläche dienen die Außenwände der Gebäude am Grenzlandmuseum.

„Grenzland“ - Die Klang- und Toninstallationen sollen die Stimmung und die Atmosphäre der aufregenden Zeit im November 1989 aufleben lassen.

„Herbst `89“ - Unvergessen bleiben die Bilder von tausenden Menschen, die friedlich mit Kerzen in ihren Händen für Freiheit demonstrierten. Der Mauerfall im Herbst `89 ist als Symbol für den friedlichen Wandel einer Diktatur zur Demokratie in die Weltgeschichte
eingegangen.

Die Lichtinstallation nähert sich künstlerisch diesen Ereignissen. Ein Lichtband aus dicht gesetzten Leuchtstäben entlang des ehemaligen Grenzzauns soll Erinnerungen wecken an die friedlichen Demonstrationen und die Lichterprozessionen, die auch in den Eichsfelder Städten Worbis, Dingelstädt, Leinefelde und Heiligenstadt stattgefunden haben.

Die Stäbe sollen aber auch an jedes einzelne Opfer am ehemaligen Todesstreifen erinnern. Die Lichtzeichen stehen für die zahlreichen Menschen, die mit der DDR-Geschichte und mit der ehemaligen Grenze verbunden sind.

„Es soll ein medial und künstlerisch vielschichtiges Bild jener Zeit entstehen, welches nicht pauschal in Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse unterscheidet“, beschreibt die Nivre Film & Studio GmbH ihr Projekt zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung.


Weitere Programmpunkte zum Fest- und Gedenkwochenende

 

- „Die friedliche Revolution“ - Sonderausstellung im Museum

- „Aufbruch nach Europa“ - Sonderausstellung im Außengelände

- öffentliche Führungen (ab 11 Uhr, Museum und Grenzlandweg)

- Offenes Forum „Mein 9. November“ – Zeitzeugengespräche im Grenzlandmuseum

- Kinderprogramm und Museumsquiz

- NDR Radio 1 sendet live aus dem Museum. Unter anderem sollen Zeitzeugen zu Wort kommen. Außerdem macht der NDR 1 Comedy Klempner „Schüssel Schorse“ Station am Grenzlandmuseum. Die Kultfigur von NDR 1 fährt zurzeit mit seinem VW Bulli „Schorsetta“ die ehemalige innerdeutsche Grenze ab und wird am 9. November vormittags seinen Zielort erreichen: Das Grenzlandmuseum Eichsfeld-.

- Öffnung des Beobachtungsturms am Grenzlandweg auf dem Pferdeberg. Besucher können sich auch im Inneren des Turms umschauen und den illuminierten Grenzlandweg von oben betrachten. (ab 15 Uhr)

- Länderübergreifender Ökumenischer Open-Air-Gottesdienst auf dem Marktplatz vor Victor´s Residenz Hotel Teistungenburg, mit den Pastorinnen Christina Abel und Claudia Edelmann, Propst Bernd Galluschke und Pfarrer Tobias Reinhold. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst vom Gesangverein Concordia Gernrode und dem Chor „Einigkeit“ Tiftlingerode. (Samstag 16 Uhr)

- Festveranstaltung zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung für die Mitglieder des Trägervereins Grenzlandmuseum Eichsfeld e.V. im Forum Victor´s Residenz Hotel Teistungenburg. (Sonntag 14 Uhr)

 

Verpflegungsangebote gibt es vor der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum.

Öffnungszeiten: Das Museum ist an beiden Tagen des Festwochenendes von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die Licht- und Klangkunst-Installationen sind von 16 Uhr bis nach Mitternacht für Besucher frei zugänglich.

Parkmöglichkeiten – gut ausgeschildert – bestehen am Hotel Hahletal, auf Teistungenburg und hinter der Bildungsstätte Richtung Teistungen. Nach einem kurzen Fußweg von ca. 300 Metern ist das Grenzlandmuseum von den ausgeschilderten Parkplätzen aus zu erreichen. Besucher mit Behindertenausweis können direkt am Grenzlandmuseum parken.


Fördernde Partner des LichtKunst-Projektes und des Gedenk-Wochenendes am 9./10. November 2019 sind Freistaat Thüringen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Landschaftsverband Südniedersachsen.

24.10.2019: Lesung: "Alles richtig gemacht"

Im Rahmen des Göttinger Literaturherbstes kommt der Autor Gregor Sander für eine Lesung ins Grenzlandmuseum. Gregor Sander erzählt in "Alles richtig gemacht" mit tiefem Witz und großem Herz die Geschichte von Thomas und Daniel aus Rostock, die noch jung sind, als es mit der DDR zu Ende geht, aber alt genug, um sich von der aufregen-den neuen Zeit mitreißen zu lassen.

„Alles richtig gemacht“ ist ein funkelnd-wunderbarer Roman über die frühen und späteren Jahre des wiedervereinten Deutschland und vor allem eine helle Feier der Freundschaft. Gewohnt gekonnt verschränkt Gregor Sander Gegenwart und Vergangenheit seiner Charaktere und lädt zur Reflexion ein. Der vielfach ausgezeichnete Autor kommt ins Gespräch mit Marisa Rohrbeck.

Die Lesung beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt beträgt 14 € im VVK, 15 € an der Abendkasse und beinhaltet eine Vorabführung durch das Grenzlandmuseum, die um 18 Uhr startet. Treffpunkt dafür ist im Foyer des Museum.

08.10.2019: Vortrag: "Katholische Kirche im eichsfeldischen Sperrgebiet"

Die Errichtung eines Sperrgebietes entlang der innerdeutschen Grenze 1952 und die reglementierenden Verordnungen des SED-Regimes schufen im Eichsfeld zahlreiche Komplikationen für die Seelsorge und das kirchliche Leben. Von 85 katholischen Pfarreien lagen 40 im Sperrgebiet, was auf einen hohen Grad an Schwierigkeiten schließen lässt. Welche durch die Struktur und den Aufbau der römisch-katholischen Kirche sowie durch ihre Liturgie und Frömmigkeitsformen vorgegebenen Spezifika kollidierten mit den Grenzbestimmungen des SED-Regimes bzw. behinderten Seelsorge und Volksfrömmigkeit? Welche spezifischen Konflikte ergaben sich daraus? Diesen und weiteren Fragen wird im Vortrag nachgegangen.

Dr. Torsten W. Müller, Jahrgang 1982, studierte katholische Theologie, Germanistik und Pädagogik an den Universitäten in Erfurt und Bamberg. Er promovierte 2014 mit einer kirchengeschichtlichen Arbeit über Heimatvertriebene in Thüringen nach 1945. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte in Erfurt galt sein besonderer Fokus der Aufarbeitung der Geschichte der katholischen Kirche in der DDR. Seit 2015 leitet er das kulturhistorische Eichsfeld-Museum und ist Direktor der städtischen Museen Heilbad Heiligenstadts.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Landeszentral für politische Bildung Thüringen. Er beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.

03.10.2019: Tag der Deutschen Einheit mit Schwerpunkt "Friedliche Revolution"

Den Tag der Deutschen Einheit  feiern wir im Grenzlandmuseum Eichsfeld mit einem Blick auf die mutigen Bürger in der DDR, die 1989 und 1990 für Demokratie und Freiheit auf die Straße gegangen sind. Diese friedliche Revolution führte schließlich am 9. November 1989 zum Fall der innerdeutschen Grenze.

Der Dingelstädter Sören Baumgarten hat mit seiner Kamera die aufregende Zeit der Umwälzungen im Eichsfeld dokumentiert und dabei einmalige Zeitzeugnisse geschaffen, die ab dem 3. Oktober bis 15. November im Grenzlandmuseum zu sehen sein werden.Die Ausstellungseröffnung findet in Anwesenheit des Fotografen am 3. Oktober 2019 um 11:30 Uhr statt.

Im weiteren Programm zum Tag der Deutschen Einheit kommen Zeitzeugen zu Wort. Um 13:30 Uhr erinnert Heribert Wetter, im Herbst 1989 Kaplan in Leinefelde, Mitorganisator der dortigen Friedensgebete und späteren Demonstrationen, an die friedliche Revolution. Um 16:30 Uhr wird Hans-Gerd Adler zum Gespräch zu den Demonstrationen in Heiligenstadt erwartet. Hans-Gerd Adler war 1989 Vorsitzender des Sprecherrates der Demokratischen Initiative Heiligenstadt, welche Friedensgebete, Demonstrationen und eine Menschenkette vom hessischen Witzenhausen durch das thüringische Eichsfeld bis ins niedersächsische Duderstadt organisierte. Beide Zeitzeugen stehen für Fragen und Gespräche mit dem Publikum zur Verfügung.

Am Tag der Deutschen Einheit ist das Grenzlandmuseum Eichsfeld von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Kostenlose Führungen werden an diesem Tag im Museum und auf dem Außengelände stündlich angeboten. Außerdem spielt um 15:00 Uhr und um 17:00 Uhr die TM6 Thomas Müller Sextett Band aus Leinefelde auf dem Parkplatz des Grenzlandmuseums. Thomas Müller, Begründer der Band, wird auch über die Entstehungsgeschichte der Band Ende der 1960er erzählen, als Beatmusik in der DDR verboten war, gleichzeitig eine große Bedeutung viele Jugendliche hatte.

Programm des Tags der deutschen Einheit in der Übersicht:

11.30 Uhr
Eröffnung der Fotoausstellung „Die Friedliche Revolution im Eichsfeld mit dem Fotografen Sören Baumgarten, Dingelstädt

13:30 Uhr
Gespräch mit Heribert Wetter über die Demonstrationen 1989 im Leinefelde (im Seminarraum im Museum)

15:00 Uhr
Konzert mit der TM6 Thomas Müller Sextett Band (mit Pause bis 18:00 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Mühlenturm)

16:30 Uhr
Gespräch mit Hans-Gerd Adler über die Demonstrationen 1989 in Heiligenstadt (im Seminarraum im Museum)

26.09.2019: Vortrag: "Die Spionagetechnik der Stasi"

In seinem Vortrag stellt Detlev Vreisleben, Diplomingenieur für Nachrichtentechnik, die vom Ministerium für Staatssicherheit eingesetzte Geheimdiensttechnik vor. Dabei greift er auf Geräte und Exponate zurück, die sich in seiner umfangreichen privaten Sammlung von DDR-Spionagegerät befinden.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Erfurter Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU).

Er beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.

19.09.2019: "Biodiversität am Grünen Band"

Im 30. Jahr nach dem Fall des Eisernen Vorhangs beleuchtet Dr. Heiko Schumacher, Leiter des Geschäftsbereich Biodiversität bei der Heinz-Sielmann-Stiftung, das Grüne Band. Der ehemalige Grenzstreifen gilt als exzellentes Beispiel für biologische Vielfalt.Schon kurz nach der Grenzöffnung gab es vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und dem Land Thüringen erste Überlegungen, entlang der ehemaligen Grenze verschiedene Schutzgebiete zu errichten.

Heute erstreckt sich das Naturschutzprojekt Grünes Band über 12.500 Kilometer von Nord- nach Südeuropa. Der Abschnitt „Eichsfeld – Werratal“ zwischen Harz und Thüringer Wald ist auf Initiative Heinz Sielmanns als Biotopverbund erhalten worden. Auf einer Fläche von etwa 9500 Hektar lebt eine hohe Zahl von seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

Allein auf dem 9 Kilometer langen ehemaligen Grenzstreifen am Grenzlandmuseum Eichsfeld Richtung Norden reicht die Bandbreite vom Rohbodenbiotop über Wald und Halbtrockenrasen bis zum Großseggenried.

Kooperationspartner der Veranstaltung sinddie Heinz Sielmann Stiftung Heinz-Sielmann-Stiftung und Stiftung Naturschutz Thüringen.

Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.

15.09.2019: Literaturfest Niedersachsen zu Gast: „Leise, laut, verboten – Literaten in der DDR“

Wie sehr einst im Osten Deutschlands die Freiheiten – der Meinungen, des Reisens, der Kunst – begrenzt waren, ist heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, kaum noch vorstellbar. In der DDR war dies jedoch eine Realität, unter der alle litten – nicht zuletzt die Künstlerinnen und Künstler, die sich heimlich in Küchen und Ateliers trafen und mal mehr, mal weniger deutlich aufbegehrten gegen die Staatsmacht, die Privilegierten und Angepassten. Dabei musste, wer in der DDR gesellschaftskritisch dachte oder gar handelte und schließlich, im Herbst 1989, auf die Montagsdemonstrationen ging, mit Bespitzelungen, Repressalien und Verhaftungen rechnen.

Autorin Katja Lange-Müller, die selbst schon mit 16 Jahren wegen „unsozialistischen Verhaltens" der Schule verwiesen wurde, hat Texte von DDR-Literaten wie Wolfgang Hilbig und Durs Grünbein ausgesucht. Im Grenzlandmuseum Eichsfeld lassen die Schauspieler Annett Renneberg und Florian Lukas die Unterdrückung, aber auch die kreative Lust der Künstler und den politischen Mut der Bürger wieder lebendig werden, die schließlich zur Friedlichen Revolution von 1989 geführt haben.

Und wenn Jazz-Percussion-Legende Günter Baby Sommer dazu fulminant improvisiert und trommelt, werden sie ganz und gar hörbar: Unruhe, Aufbruch, Erwartung und die spannungsreiche Atmosphäre dieser Zeit, als viel auf dem Spiel stand und schließlich – durch den Mut der vielen – Unvorstellbares möglich wurde.

Die Lesung des Literaturfest Niedersachsen beginnt um 17 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt beträgt 22€ (ermäßigt 18€) und beinhaltet eine Vorabführung im Grenzlandmuseum.

Ticketreservierung und weitere Infos unter: https://www.literaturfest-niedersachsen.de/lfn/lesungen/350

13.08.2019: Doppelvortrag "Die singende Revolution im Baltikum"+ "Der Slitere-Nationalpark in Lettland"

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld erinnert mit der Veranstaltungsreihe „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ an den Fall des „Eisernen Vorhangs“ vor 30 Jahren und dessen Entwicklung zum Europäischen Grünen Band.Der zweite Teil der interdisziplinären Vortragsreihe informiert aus ökologischer und historischer Perspektive über die Situation im Ostsee-Raum:

Vortrag 1: "Die Singende Revolution im Baltikum"
(Dr. David Feest, Nordost-Institut der Universität Hamburg)

Estland, Lettland und Litauen waren bis 1991 Sowjetrepubliken. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Zeit des Kalten Krieges in den baltischen Staaten und informiert über die demokratische Umgestaltung bis zur Unabhängigkeit von der Sowjetunion, die mit der Singenden Revolution und der Menschenkette „Baltischer Weg“ vor 30 Jahren eingeleitet wurde.

Vortrag 2: "Der Slitere-Nationalpark in Lettland"
(Jörg Schmiedel, Abschnittskoordinator Baltikum im Auftrag des BUND)

Der Slitere-Nationalpark entlang der lettischen Ostseeküste bietet eine hohe Vielfalt von Lebensräumen mit entsprechend großem Artenreichtum. Schwierig ist der Umgang mit den militärischen Hinterlassenschaften der sowjetischen Besatzung: Genutzt werden sie z.B. als touristische Attraktionen, die jedoch immer stärker verfallen, was das Betreten zunehmend gefährlich macht.

Der „Eiserne Vorhang“, der Europa über 40 Jahre teilte, wird als größte Erinnerungslandschaft des Kalten Krieges und zugleich größtes europäisches Naturschutzprojekt beleuchtet. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Im Vorfeld, gegen 18:00 Uhr, gibt es die Möglichkeit das Grenzlandmuseum Eichsfeld im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Kranzniederlegung und Buchvorstellung

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld lädt am 17. Juni 2019, dem Thüringer Gedenktag für die Opfer des SED-Unrecht, zur Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der deutschen Teilung ein.

Im Anschluss stellen gegen 17:30 Uhr Dr. Hanna Labrenz-Weiß (BStU) und Joachim Heise (Gegen Vergessen für Demokratie e.V. Nordhausen) in der Bildungsstätte ihr Buch „Stasi in Nordhausen“ vor.

Die Studie wirft ein Schlaglicht auf die Vorgehensweise der Staatssicherheit bei der Bespitzelung und Repression gegen die Bevölkerung auch in anderen (grenznahen) Kreisen der DDR.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.

11.04.2019: „Mythos Schwedt– DDR-Militärstrafvollzug und NVA-Disziplinareinheit aus dem Blick der Staatssicherheit“

Vortrag von Arno Polzin (BStU Berlin) 

Der „Armeeknast“ Schwedt war durch die Kombination von Freiheitsentzug mit Schicht-arbeit, militärischer Ausbildung und politischer Schulung für nahezu jeden männlichen wehrpflichtigen DDR-Bürger ein negativ besetzter Begriff. Der Frage, inwieweit ein „Mythos Schwedt“ entstehen konnte, geht Arno Polzin in sei-nem jüngst erschienenen Werk nach. 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (Außenstelle Erfurt). Sie beginnt um 19 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.


19.03.2019: "Nestwärme - Was wir von Vögeln lernen können"

Buchvorstellung von Ernst Paul Dörfler

Ein Leben mit der Sonne statt nach der Uhr, faire partnerschaftliche Beziehungen, Ge-waltverzicht und klimaneutrale Mobilität – was können wir von Vögeln lernen?

Der vielfach ausgezeichnete Naturschützer und Kultautor der ostdeutschen Umweltbewegung Ernst Paul Dörfler hat ein überraschendes Buch über das Sozialverhalten unserer gefiederten Nachbarn geschrieben, die oft friedvoller und achtsamer miteinander umgehen als wir Menschen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen. Beginn ist um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.


07.03.2019: "Die Treuhand - Idee, Praxis, Erfahrung"

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld lädt zum Vortrag von Dr. Marcus Böick, Ruhr-Universität Bochum. Der Historiker stellt sein Buch „Die Treuhand: Idee - Praxis - Erfahrung 1990 bis 1994“ vor, das 2018 im Göttinger Wallstein Verlag erschienen ist.

Die Treuhandanstalt führte als »größtes Unternehmen der Welt« einen Vermögensumbau von bisher unbekanntem Ausmaß durch. Jenseits zeitgenössischer Bewertungen als alternativlosem »Erfolg« oder neoliberaler »Abwicklung« analysiert Dr. Marcus Böick mit dieser „glänzend komponierten und akribisch recherchierten Erinnerungsgeschichte“ (FAZ) den widersprüchlichen Auftrag des Wirtschaftsumbaus.

Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum. Der Eintritt ist frei.